Brandluckner Huabn-Theater r(a)uft zur „lustigen Wallfahrt“

„Jedes Jahr ein Fixtermin in meinem Kalender: das Brandluckner Huab’n Theater. Auch der Regen konnte der Premiere von „Die lustige Wallfahrt“ nichts anhaben. Ich freu mich schon aufs nächste Mal!“ postete LH Hermann Schützenhöfer nach dem Premierenbesuch am 12. Juli auf seiner facebook-Seite.
LH- Hermann Schützenhöfer und seine Gattin waren aber nicht die einzigen Ehrengäste, die sich bei der überaus gelungenen Premiere der „lustigen Wallfahrt“, einer turbulenten Komödie von Anton Hamik nach einer Novelle von Peter Rosegger, auf der Brandluckner Huabn bestens unterhielten. Ganze Heerscharen von Bürgermeistern und weiterer Prominenz aus Regionalpolitik, Kultur und Wirtschaft bis hin zu Vertretern von Mutter Kirche genossen nach Abklingen der Regenschauer einen lauen Theaterabend im wunderbaren Ambiente der Brandlucken.
Pünktlich um 20 Uhr hatte der Regen aufgehört, allerdings wurde der Beginn um ein halbe Stunde verschoben, um die erste Reihe und den nicht überdachten Bereich mit trockenen Sitzauflagen zu versorgen. Die überdachte Zuschauertribüne war mit 590 Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllt und hat sich einmal mehr bestens bewährt, denn wer weiß, wieviele Besucher den Aufführungsbeginn ohne Wetterschutz abgewartet hätten.
Zur Einstimmung auf die Premiere, die mit einer Gesangseinlage der Singgemeinschaft Heilbrunn eröffnet wurde, unterhielt die Stoarieser Hausmusik die Gäste bereits ab halb acht auf der Tribüne.
Das Remake der 2003er Inszenierung, heuer wie damals von Regisseurin Sigmut Wratschgo liebevoll bearbeitet und mit Brandluckner Lokalkolorit versehen, brachte neben einem Wiedersehen mit Brandluckner Huabn-Theater-Urgesteinen der ersten Stunde wie Wolfgang Reitbauer, der als Pfarrer just zur Premiere einen herrlichen Trippellauf kreierte, wie er pfarrerlicher nicht sein hätte können, den er bei den Proben nie gezeigt hatte, und für den er auch spontan und absolut verdient johlenden Beifall erntete, aber auch wieder bemerkenswerte Debütanten auf die Bühne. Zudem gilt es, den in der letzten Ausgabe mit 10 bis 75 Jahren gerühmten Altersrahmen des Ensembles deutlich zu korrigieren: Mit Obmannstochter Valentina Bauernhofer, die den Waisenbuben Valentin perfekt spielte, verfügt das Brandluckner Huabn-Theater nun über Darsteller im Alter von 4 (!) bis 75 Jahren! Huabn-Theater-Doyen Hans Flicker brillierte als streitlustiger Altbauer und langjähriger Fahnenträger im Zwist mit Möchtegern-& Neo-Fahnenträger Paul Lang, einem Monument des Huabn-Theaters, in einer außergewöhnlich umfangreichen Rolle, die er enthusiastisch mit naturalistischem Leben erfüllte. Ebenso fegte Birgit Kogler als resolute Pfarrersköchin authentisch wie unmittelbar aus Roseggers Zeit gegriffen über die Bühne! Ein weiteres überzeugendes Sittenbild aus Roseggers Geschichten malten Waltraud und Fritz Bauernhofer als zänkisches Ehepaar.
Im Anschluss an die Premiere und die Grußworte von LH Hermann Schützenhöfer, der sich an seine Kindheit und Ministrantenzeit zurückerinnert fühlte, und vom Angerer Bgm. Hubert Höfler, der seiner Begeisterung, mit der Gemeindefusion eine solche Kulturinstitution in seine Gemeinde bekommen zu haben, einmal mehr mit sehr persönlichen Worten Ausdruck verlieh, konnte die Premierenfeier bei anhaltend trockenem und gar nicht kaltem Wetter bis nach Mitternacht genossen werden.
Die lustige Wallfahrt
Inszenierung und Regie: Sigmut Wraschtgo
Zu Peter Roseggers Zeiten stand eine Frage im Vordergrund: Wer darf bei der Wallfahrt die Fahne tragen? Diese Erlaubnis wurde immer geknüpft an die Bedingung, dass der Fahnenträger ein gottesfürchtiger Mann aus dem Dorf sein sollte, der (fast) ohne Sünde ist, der sich um die Allgemeinheit verdient gemacht hat, kurzum, es musste eine ehrbare Person sein. In unserer Geschichte buhlen zwei ältere, ehrbare Männer um diese Auszeichnung. Um sich nicht zwischen diesen beiden entscheiden zu müssen, findet der Pfarrer eine recht ungewöhnliche Lösung: Ein junges Mädchen betraut er mit der Aufgabe, die Fahne zu tragen. Der Originaltitel von Peter Roseggers Novelle heißt: „Die Fahnenträgerin“. Was den Pfarrer auf der Rückkehr dann ganz besonders fordert, ist der Umstand, dass der Prozessionszug immer größer wird, da sich, angelockt durch die fesche Fahnenträgerin, sei es aus Sensationslust oder noch weit niedrigeren Motiven, immer mehr fragwürdige Gesellen der Landstraße anschließen. So kommt es auf dem gottgefälligen Wege zur Verteidigung von Fahne und Fahnenträgerin sogar zu etlichen Raufhändeln…
weitere Termine:
Mittwoch, 2. August
Freitag, 4. August
Sonntag, 6. August
Mittwoch, 9. August
Freitag, 11. August
Sonntag, 13. August
Montag, 14. August
Mittwoch, 16. August
Freitag, 18. August
Mittwoch, 23. August
Freitag, 25. August
Beginn jeweils 20Uhr
Eintrittspreise:
Erwachsene: EUR 16.- (Premiere 12.7., inkl. anschließendem Premierenbuffet EUR 19.-)
Kinder 6-15Jahre: EUR 7.-
Infos und Kartenreservierung: www.huabn-theater.at
oder Tel: 0664 5241616
Karten können ab sofort im Naturparkhotel Bauernhofer an der Rezeption gekauft werden!
Mag. Herbert Kampl

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