Letzte Rettung: Erste Hilfe: 10 Jahre Theater Kumberg

Mit der turbulenten, leichtfüßigen aber tiefgründigen Komödie „Letzte Rettung: Erste Hilfe!“ von Kerstin Schmid und Gerhard Waldmüller feierte die Theatergruppe Kumberg heuer ihr 10 Jahres-Jubiläum.
Schon die Auswahl dieses praktisch unbekannten Stückes voller Slapstick und Klamauk bewies, was sich an den Inszenierungen der letzten Vorjahre schon abzeichnete: Das Spiel wurde dichter, die Ausgestaltung der Rollen differenzierter, das Ensemble, das so elementare Kriterien des Theaterspielens wie Inszenierung und Regie im Kollektiv bestreitet, hat sich Jahr um Jahr weiter entwickelt und heuer zum 10jährigen Jubiläum war unzweifelhaft ein Quantensprung zu erkennen! Während das junge Ensemble von Anfang an schauspielerisch solides Handwerk geboten hat und mit simplen Schwänken bodenständige Unterhaltung auf die Bühne brachte, hat die gesamte Performance mittlerweile deutlich an Raffinesse gewonnen.
Die ausgewählten Stücke sind vielschichtiger, komplexer und stellen dadurch an Einrichtung und Dramaturgie weitaus höhere Ansprüche. Das temporeiche Spiel, die Vielzahl der Einsätze, die größere Anzahl der Rollen erfordert ein Vielfaches an Koordination, die kollektive Regieführung stellt somit deutlich höhere Ansprüche an alle Mitwirkenden. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe ist die Adaption und sprachliche Einrichtung des Stückes, das mit einem Höchstmaß an Lokalkolorit überzeugte, fast schon jeder im Saal konnte, durfte, (musste?) sich oder zumindest seine nähere Umgebung, sei es lokal oder personell, in angesprochenen Gegebenheiten – oder sogar in Figuren – wiedererkennen!? Das Premierenpublikum belohnte die Mühe mit einer begeisterten Stimmung im Saal von der ersten Szene an und durfte zum Dank für den frenetischen Schlussjubel und dem oftmals spontanen Szenenapplaus mit dem Ensemble im idyllischen Lokal am Platz gegenüber dem Pfarrsaal bei einem köstlichen Buffet die gelungene Premiere noch lange bis nach Mitternacht feiern…
Mag. Herbert Kampl

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