Erste Premiere heuer im Huabn-Theater bravourös gemeistert

Am 28. März startete auf der Kellerbühne im ****Naturparkhotel Bauernhofer auf der Brandlucken wieder das Mittwochtheater des Brandluckner Huabn-Theaters. Als erste Premiere stand sogar eine echte Steiermarkpremiere auf dem Spielplan:
MAGNOLIEN AUS STAHL – STEIERMARK PREMIERE
von Robert Harling, Deutsch von Gerty Agoston, Spielberatung: Patrick Steinwidder
Der Schönheitssalon einer kleinen Gemeinde ist das Zentrum, in dem sechs ganz unterschiedliche Frauen ihre Alltagssorgen und Alltagsfreuden miteinander teilen. Eine große Hochzeit wirft ihre Schatten voraus…
Erfolgreich mit Julia Roberts und Shirley MacLaine in Hollywood verfilmt, feiert das tragikomische Stück die vielfältigen Beziehungen und die Stärke von Frauen allen Alters, denn sie sind die „Magnolien aus Stahl“, die durch jeden Schicksalsschlag noch weiter zusammenwachsen.
Sechs Frauen auf der Bühne, noch dazu in einem Frisiersalon, da ist für Chaos gesorgt, sollte man meinem, zumal der Friseur (früher der Barbier oder auch der Bader) in der Literatur seit 1001 Nacht (um 900) als grotesk-komische Figur gilt. 52 Friseure hat Nestroy gespielt oder auch nur geschrieben, vom Titus Feuerfuchs im eigenen Talisman bis zu Mozarts Figaro, Wilhelm Busch hat in seinen Bilderbögen einen Friseur geschaffen, der dem Kunden beim Rasieren das Nasenspitzel abschneidet, das der Hund des Friseurs sogleich unter dem Tisch verzehrt – in einem Frisiersalon lässt sich so mancherlei erleben. Schlüpft freilich ein erwiesener Tollpatsch wie Donald Duck, der in jeder Geschichte in einem anderen Beruf eine Katastrophe erlebt, in diese Rolle, passiert natürlich das Gegenteil, er brilliert als Coiffeur ersten Ranges! Ein Frisiersalon ist also immer für eine Überraschung gut. Freilich ist es für Kenner des Huabn-Thaters keine Überraschung, dass die sechs Darstellerinnen – so manch treuer Zuschauer mag an „Frauenschmerzen“ erinnert werden, einer legendären Kellertheater-Inszenierung auf der Brandlucken –, in ihren Rollen „aufgehen“ und ein Stück Leben – authentisch und realistisch, dem 80er Ambiente zu Trotz zeitgemäß und aktuell – auf die Bühne bringen. Zwar geht es mitunter chaotisch zu, doch wird lediglich das inszenierte Chaos virtuos verwaltet! Bei aller Turbulenz der Ereignisse, ungeachtet der Sprunghaftigkeit der Szenen, unbeeindruckt von der Vielzahl der einander überschneidenden Dialoge, gibt die langjährige Spielerfahrung der Darstellerinnen einem ungeplanten Chaos keine Chance.
Patrick Steinwidder hat als Regisseur solide Arbeit geleistet, eine temporeiche Inszenierung in bewährtem Huabn-Stil abgeliefert und führt seine Schauspielerinnen mit viel Vertrauen in ihre Fähigkeiten durch die Turbulenzen des Stückes, entschärft brisante Momente mit präzisen Vorgaben, lässt ihrer Spielfreude großen Freiraum, wo Erfahrung und Erinnerung vergangener Erfolge sie tragen, bis die Verschmelzung des typischen Ensemblecharakters mit seiner individuellen Inszenierung den Erfolg gebiert, den das Publikum aus tiefster Überzeugung begeistert bejubeln darf!
Mit der ersten Premiere der aktuellen Saison schließt das Mittwochtheater des Huabn Theater-Ensembles nahtlos – qualitativ wie stilistisch – an die bisherige Erfolgsgeschichte an.
Es spielen: Julia Flicker, Veronika Großegger, Edith Kleinburger, Barbara Lang, Doris Schwarz und Franziska Schwarz
Termine: immer Mittwoch 20 Uhr
4. und 25. April 16. und 30. Mai, 6. Juni, 3., 17. und 31. Oktober und 14. November
Als zweite Premiere erwartet uns am 11. April ein ganz anderes Stück Theater, wiewohl auch dieses Genre, tragisch ernster Hintergrund, nicht ohne Humor, mitunter bis zur Groteske gesteigert, durchaus mit großem Unterhaltungswert dargeboten, bereits eine stattliche Huabn-Tradition vorzuweisen hat:
INDIEN
Tragikomödie von Josef Hader & Alfred Dorfer Spielberatung: Patrick Steinwidder
Auch die zweite Premiere steht ganz im Zeichen der Freundschaft.
Zwei grundverschiedene Lebensmittel-Kontrollore im Außendienst schließen tiefe Freundschaft. Eine überaus mutige Stückwahl, denn wer kennt nicht die gleichnamige Verfilmung des Theaterstücks von Josef Hader und Alfred Dorfer? Mit geradezu verwegenem Mut stellen sich die Darsteller dem unvermeidlichen Vergleich! Nach wenigen Probeneinblicken freilich stellt sich die Frage: Müssen sie das überhaupt? Und eines ist klar: Zu fürchten brauchen sie den Vergleich nicht!
Es spielen:
Günther Großegger, Herbert Ofitsch und Johannes Hofer
Termine: immer Mittwoch 20Uhr
11. und 18. April, 2., 9. und 23. Mai, 6. Juni, 26. Sept., 10 und 24. Oktober, 7. und 21. November
Außerdem werden, wie es schon Tradition ist, die Erfolgsproduktionen des Vorjahres wiederholt. Die „Offene Zweierbeziehung“ von Dario Fo im Juni und „Der Schwarze Koffer“ von Werner Schuster im September. Beide Produktionen wurden noch von Sigmut Wratschgo inszeniert und unter ihrer Regie einstudiert.
Gespielt wird immer mittwochs ab 20 Uhr.
Da nur 85 Sitzplätze zur Verfügung stehen, ist Kartenreservierung unbedingt notwendig, online unter www.huabn-theater.at, oder telefonisch unter 03179/8202.
Kartenpreis EUR 10,–
Karten können ab sofort an der Rezeption vom ****Naturparkhotel Bauernhofer gekauft werden!
Wie notwendig, beweist eindrucksvoll die Zahl der Reservierungen, die per 13. März bereits 468 Karten betrug!!! Aber auch für das Freilufttheater im Sommer, Nestroys „Zerrissenem“ in der Inszenierung von Reinfried Schieszler, gab es per 13. März bereits 2006 Kartenreservierungen!
Mag. Herbert Kampl

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