Die kleine Welt von Don Camillo & Peppone in Kaindorf

Giovanni Guareschi mag zwar seine Kurzgeschichtensammlung rund um seinen Pfarrer Don Camillo, der im ewigen Clinch liegt mit dem kommunistischen Bürgermeister Peppone, „Il mondo piccolo“ – „Die kleine Welt des Don Camillo“ betitelt haben, was die Theatergruppe des Kirchenchores Kaindorf aber auf die Bühne der Kulturhalle gezaubert hat, war ganz großes Theater!
Man glaubt es kaum, aber es ist alljährlich immer wieder eine Steigerung möglich, nur Stefan Teubl muss heuer seinen Zenith erreicht haben, denn welche noch bedeutendere Rolle sollte ein Kirchenchorleiter nach Jesus, noch dazu nach Guareschis Jesus, der seinem Don Camillo ein unvergleichlicher Diskussionspartner ist, denn noch spielen?
Während Martin Teubl einmal mehr als Peppone seine Wandlungsfähigkeit als Reinkarnation Gino Cervis bewies – schon in „Hallo Dienstmann“ war ihm das schauspielerische Husarenstück gelungen, Dienstmann und Hans Moser gleichermaßen zu verkörpern –, legte Gerald Falkner seinen Don Camillo völlig eigenständig an, fernab von Fernandel und Terence Hill, aber keineswegs weniger authentisch, keineswegs weniger überzeugend und auch kein bisschen weniger spitzbübisch!
Gerold Theobalts Theaterfassung umfasst einen großen Handlungsbogen aus den ersten Büchern, umfängt mehrere Jahre und lässt uns auch an Don Camillos Verbannung in den Bergen teilhaben, aus der ihn die Kommunisten im Triumphmarsch heimholen… Ich glaube, es war die große italienische Diva Sophia Loren, die einmal gesagt hat, sie fürchte sich auch nicht vor einem Wahlsieg der Kommunisten, denn es wären immer noch Italiener… – besser kann man die Quintessenz von Don Camillo und Peppone nicht in einem Satz ausdrücken!
Zu den heurigen Aufführungen konnten die Darsteller sogar Besucher aus Tirol begrüßen, die sich hellauf begeistert zeigten von der Darbietung, die sie genießen durften – und die sind verwöhnt, denn in Tirol wird auch hervorragendes Laientheater gespielt! Ebenso wie in Kaindorf!
Mag. Herbert Kampl

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